In einem Torfmoor im Westen Irlands wird der mumifizierte Kopf eines rothaarigen
Mädchens gefunden. Wer ist sie? Warum musste sie auf so grausame Weise sterben?
Der Archäologe Cormac Maguire und die Pathologin Nora Gavin wollen es
herausfinden, doch die Dorfgemeinschaft verschließt sich ihnen. Sie stoßen auf
großes Misstrauen und offene Ablehnung. Ohne es zu ahnen, sorgen sie in dem
kleinen Ort für Unruhe und schüren alte Feindschaften. Sehr bald sind sie nicht
nur mit den Rätseln der Vergangenheit, sondern auch mit den geheimnisvollen
Geschehnissen der Gegenwart beschäftigt. So wird auf Drängen der beiden
Ermittler auch die Suche nach einer Frau, die zusammen mit ihrem Sohn
verschwunden ist, wieder aufgenommen. Nach und nach erkennen die beiden die
Verbindungen, und ein Mörder gerät in Bedrängnis.
Das Buch hat bislang ziemlich geteilte Kritiken erhalten. Es wurde extra darauf
hingewiesen, dass der Leser nicht zu viel von Naturwissenschaften verstehen
sollte, um das Buch genießen zu können. Nun, dann verstehe ich entweder nicht
viel davon oder aber ich habe andere Prioritäten, denn ich habe das Buch sehr
genossen. Den einzigen Punktabzug gebe ich für nicht wenige Fehler im Druck,
obwohl mein Buch kein Mängelexemplar ist. Die vielen grammatikalischen Fehler
könnten auf eine unzureichende Übersetzung zurückzuführen sein, glaube ich aber
ehrlich gesagt nicht, da selbst solche sprichwörtliche Redewendungen wie
“aussehen wie der Tod auf Latschen” enthalten sind.
Wie gesagt hat mich nicht gestört, dass Nora Gavin und ihr Team nicht sofort
herausgefunden haben, wie alt der Kopf des rothaarigen Mädchens war. Sicherlich
ist die heutige Wissenschaft schon viel weiter und kann durch simple Tests
dieses recht zügig datieren. Aber der Fund des Kopfes war lediglich der Auftakt
des Buches, ein Erzählstrang, der sich immer wieder durch die Geschehnisse webt
und sein Showdown dann am Ende erfährt.
Wichtiger war in meinen Augen eher die Geschichte um die verschwundene Ehefrau
mit ihrem Sohn aus der heutigen Zeit, und es hat mir Spaß gemacht, meine
Mutmaßungen anzustellen und am Ende gar nicht soooo falsch zu liegen .
Die vielen irischen Namen, die gälischen Fragmente (auch wenn das irische
Gälisch etwas anders als das schottische ist), die bildhaften Darstellungen der
Umgebung – all das habe ich ausgiebig genossen und bin fast ein bisschen
traurig, dass ich das Buch schon ausgelesen habe… Außerdem war die langsame
Annäherung von Nora und Cormac überhaupt nicht kitschig, sondern absolut
nachvollziehbar.
"Gemma O'Connor ist eine wahre Schriftstellerin in der großen Tradition irischer
Erzähler" (BBC)
"Die Irin Gemma O'Connor erzählt mit großer poetischer Kraft, wie ungesühnte
Verbrechen das Leben von Opfern und Tätern zerstören können. Ihr Roman liest
sich, als ob man eine russische Puppe öffnet: In jeder Puppe ist wieder eine
neue, und in allen stecken Geschichten - die am Ende perfekt ineinander passen."
(Brigitte)
Gemma O'Connor, geboren in Dublin, wuchs in Irland und Frankreich auf. Mit ihren
psychologisch dichten Kriminalromanen avancierte sie in England schnell zur
Erfolgsautorin. Zusammen mit ihrem Mann lebt die ehemalige Buchrestauratorin
heute in einem Cottage bei Oxford. Zuletzt erschien auf deutsch ihr sechster
Roman: »Der irische Inspektor«.
Was die Beschreibung der irischen Landschaft und die Schilderung des Dorflebens
betrifft, gehören Gemma O`Conners Bücher zu denen, an denen man seine helle
Freude hat.
Die Beschreibung der Dorfgemeinschaft mit ihren vielschichtigen Aspekten und
Beziehungsgeflechten, ist etwas, in dem O‘Connor es zur waren Meisterschaft
gebracht hat. Sie versteht es wie keine Zweite, aus all den verschiedenen
Charakteren, den ungeschriebenen Gesetzten einer relativ kleinen Gemeinschaft,
in dem es kaum einem gelingt, ein Geheimnis vor seinen Nachbarn geheim zu
halten, zu einem zutiefst realen Ganzem zu verflechten.
Sie hat auch die Gabe, den Dorfklatsch, eine der Lieblingsbeschäftigungen der
Bewohner, in seinen feinen Nuancen glaubwürdig dazustellen. Da gibt es einmal
die menschlichen „Klatschblättchen", die jederzeit über den Aufenthaltsort der
Bewohner und deren Krankheiten und Alltagsschwierigkeiten informiert sind. Eine
eher exzentrische und liebenswürdige Spezies. Dann gibt es jedoch auch jene,
deren Klatsch bösartig, unmoralisch, oft schlichtweg erfunden, eben einfach
perfide ist. Eben jene, die nicht nur ihrer Neugier frönen, sondern deren
Komplotte und Machenschaften in Habsucht, Machtgier und Rachegelüsten zu finden
sind.
Jene die billigend oder sogar mit Absicht in Kauf nehmen, dass das Leben eines
Menschen zerstört wird.
Es sind diese Nuancen, ohne Pathos, jedoch mit um so mehr Einfühlungsvermögen,
diese unspektakulären Unterscheidungen und eher leisen Töne, diese präzise
Verortung eines Milieus, die O’Connors Bücher zu einem solchem Lesegenuss
machen.
Thrillerfans werden sicher nicht auf ihre Kosten kommen - denn wie gesagt: Gemma
O`Connor ist eine Meisterin der leisen Töne....
mir haben alle ihre Bücher sehr gut gefallen, und das nicht nur weil sie in
Irland spielen.
Tödliche Lügen
Fallende Schatten
Wer aber vergisst, was geschah
Zeit des Vergebens
Die Frau auf dem Wasser
Der irische Inspektor