crimetime by shayanna

it`s crime time

Ann Granger - Markby & Mitchell Reihe -

In bester Tradition eines englischen Landhauskrimis führt Ann Granger durch ihre bisher erschienenen 15 Bücher dieser Reihe.
Sicherlich, keine Thriller und eher in der Ecke "betulich" angesiedelt, sind diese Krimis um das Ermittlerpaar Meredith Mitchell und Alan Markby doch spannend und beste, leichte Krimikost.
Aber wer den englischen Lebensstil und englischen Humor mag, der wird sie lieben und nach einem nicht aufhören wollen. Als Meredith Mitchell, Engländerin im diplomatischen Dienst, ins heimatliche Bramford zurückversetzt wird, ist sie nicht gerade begeistert. Doch sie erwartet kaum, dass sie es mit Erpressung und Mord zu tun bekommt. Und mit einem gewissen Inspektor Markby, einem geschiedenen Mann mittleren Alters mit einer Vorliebe für Gartenarbeit und einer Vergangenheit, die ebenso unglücklich zu sein scheint wie die ihre Aber immer wieder geschehen im beschaulichen Bamford und Umgebung Verbrechen, die ihr keine Ruhe lassen. Also schaltet sich Meredith in die Ermittlungen des örtlichen Inspectors Alan Markby ein und beginnt in klassischer Miss Marple Manier die Fälle auf ihre Art zu lösen. Natürlich menschelt es sehr zwischen den beiden Hauptfiguren, aber auch die Schilderungen des antiquiert wirkenden Bamford in Oxfordshire und seiner teils recht skurilen Bewohner entwickeln eine gewisse Liebenswürdigkeit.

Zur Autorin: Patricia Ann Granger wurde 1939 in Portsmouth in England geboren. Sie studierte moderne Sprachen an der London University. Danach unterrichtete sie Englisch in Frankreich, Jugoslawien, der Tschechoslowakei und Österreich. Wie ihre Heldin Meredith Mitchell arbeitete Ann Granger lange im diplomatischen Dienst und bereiste die ganze Welt. Ann Granger schrieb auch unter dem Pseudonym Ann Hulme historische Romanzen. Heute lebt Ann Granger in Bicester in der Nähe von Oxford, einem kleinen Ort, der vieles mit den Schauplätzen ihrer Romane gemein hat. Wer also leichte Krimikost der "feinen englischen Art" mag, sollte diese Serie unbedingt einmal versuchen!

Stephen Booth -Frey und Cooper-Reihe-

"England ist eine glückliche Insel, wenn auf ihr immer noch solche Krimiautoren wachsen." schreibt die Frankfurter Rundschau und ich kann das nur bestätigen. Seit ein paar Wochen lassen sie mich nicht los - die Romane von Stephen Booth...

im ländlichen Derbyshire - im Peak District zwischen Mooren und Kalksandsteinfelsen ermitteln Dianne Fry und Ben Cooper. Eigentlich das typische Pärchen aus den britischen Police Procedurals, aber mit vertauschten Rollen: ein männlicher Detective Constable vom Land, bekannt wie ein bunter Hund, der sich von seinen Gefühlen leiten lässt, und ein weiblicher Detective Constable aus der Stadt, fast so kalt wie ein Eisberg, der im Beförderungspoker sofort die Nase vorn hat, obwohl sie, gerade erst neu in den Distrikt versetzt wurde.
Dazu die Beschreibungen der Dörfer und ihrer Bewohner in ihrer trügerischen Idylle... Erst nach und nach kann man hinter die Fassade von Verschlossenheit und Misstrauen der Dorfbewohner blicken, die noch nicht einmal von Ben Cooper niedergerissen werden kann, errät aber erst immer kurz vor Schluss, was wirklich geschehen ist. Auch wenn nicht wirklich viel passiert, ist alles sehr packend und lebendig beschrieben, so dass kaum Langeweile aufkommt.
Wer keine knallharten Thriller bevorzugt und trotz der leisen Töne hier keinen Friede-freude-Eierkuchen Krimi a la Ann Granger erwartet, der wird mit außergewöhnlichen Stories belohnt, die Lust auf mehr machen... auch wenn "atmosphärisch dicht" für mich ein abgegriffenes Schlagwort ist - hier trifft es zu.

Gerade habe ich Band 6 aus den Händen gelegt und kann es kaum erwarten, das der Postmann klingelt und mir den ganz neu als Taschenbuch erschienenen 7ten Fall bringt...
und noch ein Tip: da die persönlichen Vergangenheitserfahrungen der beiden Ermittler und die Entwicklung ihrer Charaktere eine nicht unerhebliche Rolle spielen, sollte man beim lesen unbedingt die chronologische Reihenfolge einhalten. Die Fälle sind zwar in sich abgeschlossen, aber das wahre Lesevergnügen ergibt sich erst aus dem Zusammenspiel der Beiden... und das ist keine Liebesgeschichte!

Elisabeth Corley -Andrew-Fenwick-Reihe

wie bisher unschwer zu erkennen war, bevorzuge ich krimis mit "menschelnder" nebenhandlung und daher die sogenannten serienkrimis...
Nun habe ich gerade die ersten 3 bücher von Elisabeth Corley gelesen und war wieder einmal sehr angetan.

wir begegnen hier einem sympathischen, sehr menschlich dargestellten Inspektor Andrew Fenwick.
Sein Team besteht aus kompakt und wirklich gut beschriebenen Personen, die nicht nur am Rande mitlaufen. Man kann sie sich sehr gut vorstellen und wie wahrscheinlich auch im richtigen Leben sind dagegen die Vorgesetzten mehr damit beschäftigt, politisch korrekt zu entscheiden und behindern damit nicht nur die Aufklärung der Morde.
Und davon gibt es einige in Elisabeth Corleys geschichten.

Von Beginn an gewährt die Autorin einblicke in die Gedanken und Aktionen der Mörder.
Gleichzeitig schildert sie aber detailliert die einzelnen Abläufe der Polizeiarbeit und gibt einblicke in das Privatleben sowie die Vergangenheit der einzelnen Figuren. Hier fühlt man sich wiederum unvermittelt an die Krimis von Elizabeth George erinnert.

Corleys Hauptfigur Andrew Fenwick hat aber bereits auf den ersten Blick nicht allzu viel mit dem reichen, gefühlskalten Inspector Linley gemeinsam.
Nur allzu oft holen Fenwick seine häuslichen Probleme in form von zwei Kindern auf der Arbeit ein, welche er nach dem Verlust seiner Frau, die nach einem Unfall im Koma liegt, allein großziehen muss.
Und auch auf dem Revier muss er sich nach langer Abwesenheit den in der Vergangenheit entgegengebrachten Respekt erst wieder neu erwerben.

diese Handlungsstränge ziehen sich durch alle 4 der bisher erschienenen Bücher und auch deshalb sollte wieder einmal die Reihenfolge eingehalten werden.

1. requiem für eine sängerin
2. nachruf auf eine rose
3. crescendo
4. sine culpa

mein Urteil: empfehlenswert für alle die handwerklich gut gemachte, englische Krimis mögen.


Peter Robinson - Alan Banks-Reihe-

Detectiv Chief Inspector Alan Banks ermittelt in einer Kleinstadt mitten in Yorkshire.
Neben den - mittlerweile als Taschenbuch erschienenen - 15 Fällen für die Kriminalpolizei in Eastvale, spielt das private Leben dieses sympathischen Polizisten und seiner Kollegen eine nicht unbedeutende Rolle...
ja, ihr wisst es schon: ich mag das!

Anfangen sollte man also auch diesmal mit dem ersten Fall für Alan Banks: Augen im Dunkeln...
Seit Wochen schleicht nachts ein Spanner durch Eastvale. Inspector Banks und seine Kollegen setzen alles daran, ihn zu erwischen, denn eine militante Feministin macht ihnen deswegen die Hölle heiß. Dabei ist dieser Mann nicht Banks' einziger Fall: Eine Einbruchserie in die Wohnungen alter Damen hält ihn nebenbei auf Trab. Mit der Ruhe ist es endgültig vorbei, als zwei Frauenleichen gefunden werden. Ist der Mörder der Spanner, der nun stärkere Reize braucht?

zum Autor:
Peter Robinson wurde 1950 in Castleford, Yorkshire geboren. Er studierte englische Literatur und lebt seit seinem Studienabschluß vor etwa zwanzig Jahren in Toronto, Kanada. Er feiert mit seiner Serie um den sympathischen und sehr menschlichen Inspector Alan Banks diesseits und jenseits des Atlantiks große Erfolge und erhielt zahlreiche Preise in den USA, Großbritannien und Europa. Großbritannien besucht er regelmäßig, aber außerhalb zu leben, bringt seiner Meinung nach eine sehr sinnvolle Distanz zu Großbritannien.

Wer sich also mit mir nach Yorkshire begeben möchte, dem schicke ich gern eine Liste mit der richtigen Reihenfolge zu.



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